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Die seltsame Welt des King Lube III.

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7
Aug
2010

Sonntagssommersonnenbad

Manchmal verpasst man die Einfachheit der Momente.


Am Strand. Du liegst auf dem Bauch, den Kopf auf deine verschränkten Armen gestützt, die Augen geschlossen. Vermutlich träumst du. Ich sitze neben dir und lese. Zuerst wollte ich dir etwas vorlesen, aber du hast nur kurz gebrummt. Du willst lieber träumen, als meinem Dialog aus dem Buch zu lauschen. Ich schaue über den Rand, tippe dich kurz mit einem Finger an: »Nennt man das nicht, ähm, Cellulitis?«
Du schnellst hoch und versuchst mich in die Seiten zu zwicken. Ich weiche vor dir zurück und schreie belustigt: »Hör auf!« - »Du Ekel!«
Ich lache. Du lachst. Es ist Sommer, endlich Sommer, endlich Sonne, endlich ein wohltuendes Bad der Sinne. Ich weiß, was du empfindest. Du fühlst dich unendlich weit und frei und ich fühle mich wie der Weihnachtsmann, weil ich dir diesen Tag geschenkt habe.

Dann legst du dich wieder hin, nicht ohne mir vorher noch einen „bösen Blick“ zuzuwerfen. Ich mag deinen „bösen Blick“, es ist der zärtlichste „böse Blick“, den ich kenne. Ich blicke zurück auf meine Zeilen. Es ist ein albernes Buch, genau das Richtige für diesen albernen Tag, für diesen Tag, den es nicht gibt. Nach einer Weile drehst du dich wieder fragend um und blinzelst mich an. In deinen Augen steht: »Was?« Neugierig bist du, aber du hast deine Chance vertan, dass ich dir vorlese. Ich ignoriere dich. Einen momentlang hältst du es aus, versuchst mit deinem bohrenden Blick den Buchdeckel in Flammen zu setzen, dann platzt es aus dir heraus: »Was ist denn so lustig?« - »Och, nichts.« antworte ich, mittlerweile schon eine Seite weiter. »Blödmann.«

Ein bunter Ball rollt mir zu Füßen und zwei Kinder trollen ihm laut lachend hinterher: »Tschuldigung!«. Sie greifen nach dem Wasserball und spielen grölend weiter. »Es wäre schön, wenn wir auch Kinder hätten.« - »Hm.« brummelst du zur Antwort. War das jetzt ein zustimmendes »Hm« oder ein überlegendes »Hm« oder ein skeptisches »Hm«? Du bist für mich noch immer voller Rätsel. Ich könnte einfach fragen, aber dann lese ich doch in meinem Buch weiter, weil es doch unser Tag ist, der eine Tag, den du mir geschenkt hast.

Ohne aufzublicken, sagst du: »Setz dich gerade hin, sonst bekommst du Streifen auf dem Bauch.« Ich strecke dir die Zunge raus, aber du siehst es nicht. Ich richte mich auf, mein Blick magnetisch an jede Zeile geheftet. Es ist ein heißer Tag. Der Erste und, wer weiß, vielleicht der Einzige in diesem Jahr. Die Hitze verlangt nach einer Abkühlung. Ich verspüre Lust das Meer zu spüren und sein Salz zu schmecken. »Schwimmen?«, frage ich dich.
»Nö.«
Als ich beginne umher zu laufen, stehst du auf und gehst langsam dem Wasser entgegen. Ich lege das Buch auf die Decke und folge dir. Du bemerkst mich und fängst an zu rennen. Ich höre dich vor Amüsement glucksen. »Na warte!«, drohe ich dir.

Frau am Meer

Auf der Hinreise hattest du mich gefragt, ob ich zaubern könne. Ich überlegte sehr lange. Was wolltest du von mir hören? Was hattest du mit dieser Frage bezweckt? Wolltest du mich auf die Probe stellen? Gab es überhaupt eine richtige oder falsche Antwort? Ich war ratlos und irgendwann kam der Zeitpunkt, dass die Frage soweit zurücklag, dass man sie nicht mehr beantworten konnte. Manchmal mache ich mir zu viele Gedanken und verpasse die Einfachheit der Momente.

Mit einem Hechtsprung stürzt du in die Fluten. Ich, außer Puste, hinterher. Ich tauche ab, tauche auf, suche dich über der flimmernden Wasseroberfläche. Versuche zu erraten, wo du auftauchen wirst, um dir hinterherzujagen. Die Zeit verstreicht. Ich schaue irritiert, dein Versteck zu finden. Ich stehe im Wasser, höre die lachenden Kinder, sehe die kreisenden Möwen, spüre den warmen Wind, rieche das Salz, schmecke jede endlos vorbeiziehende Sekunde, aber entdecke dich nicht. Dann gehe ich zurück an den Strand. In deinem Handtuch liegt noch dein Abdruck. Vorsichtig falte ich es zusammen und lege es zusammen in deine Strandtasche. Mein Buch obenauf.

Auf der Rückfahrt schaue ich auf den leeren Platz neben mir. Du bist für mich noch immer voller Rätsel. Dann flüster ich: »Danke für diesen schönen Tag. Und: Klar kann ich zaubern.«
la-mamma - 7. Aug, 06:26

man liest ja gerne bei ihnen mit einem gewissen verdacht, aber irgendwann haben sie mich doch eingelullt mit der ganzen idylle ...

lube - 7. Aug, 07:58

danke ;)
LadylikeKandis - 7. Aug, 09:49

ich musste ja die ganze zeit beim lesen daran denken, dass jeden moment irgendein klopfer kommt, doch als ich am ende angekommen war, fand ich den schluß richtig gut..

bei ihnen weiß man ja nie;-))))

lube - 7. Aug, 21:19

ist das positiv oder negativ ;)
oberansicht - 7. Aug, 15:31

.... fast wie von frauenhand geschrieben ..... ;-)

lube - 7. Aug, 21:20

ja, das stimmt. das haben sie nett gesagt ;)
oberansicht - 7. Aug, 23:50

es ist alles so .... lyrisch ;-)
Katzenpension - 8. Aug, 08:26

Ich habe es

nun mehrfach gelesen und jedes Mal stimmt es mich traurig. Obwohl es ein sehr sehr schöner Text ist, der viel Gefühl enthält. Vielleicht gerade deswegen? Am Ende frage ich mich, was jetzt ist. Ist sie ertrunken? Oder geht die Geschichte um einen Menschen, den man verloren hat und sich für einen Tag herbeisehnt? Beides finde ich traurig.

Das haben Sie sehr gut gemacht, Herr Lube :-)

cityandcolour (Gast) - 8. Aug, 08:49

RE: Sonntagssommersonnenbad

»Schwimmen?«, frage ich dich.»Nö.«Als ich beginne umher zu laufen, stehst du auf und gehst langsam dem Wasser entgegen. Ich lege das Buch auf die Decke und folge dir.

oder

weil ich dir diesen Tag geschenkt habe.....der eine Tag, den du mir geschenkt hast.

Sie ist allein dort, ständig wechselt die Ich-Perspektive. Es geht immer nur um eine Person.
Schön geschrieben, haut mich aber nicht unbedingt vom hocker.
Katzenpension - 8. Aug, 09:33

vielleicht bin ich noch nicht

richtig wach oder ich bin einfach zu blöd, aber ich lese das nicht heraus.

1. Absatz: Kann er nicht mit dem Buch in der Hand herumgelaufen sein und es erst abgelegt haben, als sie aufstand?

2. Kann man sich nicht gegenseitig Tage schenken?

Egal wie oder was, ich finde die Beschreibung gelungen. Aber ich bin ja auch nur jemand ganz normales :-D Und wenn ich es nun doch einfach nicht erkenne, dann ist es mir auch egal ;-)
Sumaikas_Erben (Gast) - 8. Aug, 11:42

RE: Sonntagssommersonnenbad

vielleicht war sie flüchtig

vielleicht war sie eine sehnsucht

vielleicht gehörte sie einfach zu den frauen, die nicht greifbar sind
oberansicht - 8. Aug, 11:53

* vielleicht gibt es sie nur in seiner fantasie
oder
* vielleicht bedankt er sich für den tag, den er alleine verbringen durfte, weil er mal ruhe brauchte (oder weil sie ihn genervt hat)
usw
usf
romeomikezulu - 8. Aug, 20:10

Tolle, großartige Erzählung, King.

Da ist immer wieder dieser eine, bestimmte Tonus in Ihren Erzählungen, der leicht melancholisch macht, ich seh das auch so ähnlich wie die Katzenpensionistin.

oberansicht - 9. Aug, 09:48

ääähm

an dieser stelle - wo sonst? - möchte ich zum neuen outfit gratulieren. macht doch gleich alles viel lesbarer :-)))

romeomikezulu - 9. Aug, 16:38

Ja genau - das layout nähert sich seinem Optimum (zumindest dem, was man aus dem alten COBOL noch rausholen kann...;-).

Nein, Ernst jetzt: Schönes layout. Good job.
lube - 9. Aug, 13:55

vielen dank für die vielen, interessanten kommentare...

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Alle Geschichten von King Lube III. sind erstunken und erlogen, jedenfalls das Meiste oder das ein oder andere, also es gibt schon ein bisschen, das nicht ganz der Realität entspricht. Jedenfalls distanziert sich King Lube III. ausdrücklich von seinem Protagonisten und seinem fiesen Charakter. Mit so einem will er nichts zu tun haben. Mit der Bitte um Beachtung.

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