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Die seltsame Welt des King Lube III.

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Die Frau des Zeitreisenden



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7
Sep
2010

Ein Treffen im Sexshop

Wie ich raus rein wissenschaftlichem Interesse in eine hochnotpeinliche Situation geriet.

Es war im Sommer. Gut, der Sommer war kurz, man könnte sogar sagen, er war sehr kurz und jetzt im Rückblick frage ich mich, gab es überhaupt einen Sommer und wenn ja, wo? Mutter hatte mir letztes Jahr zu Weihnachten eine mausgraue Thermohose bei QVC bestellt, angeblich das Technik-Highlight der Saison. Der Clou: bei Bewegung erzeugte die Hose genug Strom, um meinen IPOD aufzuladen. Der Haken: Ich bekam ab und zu ein paar kleine Stromstöße und hatte in der Straßenbahn mehr als einmal die Blicke der Fahrgäste auf meinen wild zuckenden Körper gelenkt. Nicht ohne Neid auf die modisch gekleideten Schaufensterherren der Innenstadt, beschloss ich, eine neue Hose zu kaufen, eine Sommerhose. Als ungeübter Hosenkäufer hatte ich allerdings meine liebe Mühe, weil zu kurz, zu lang, zu weit, zu eng und vor allem: kein Arsch. Nach drei Stunden kapitulierte ich und suchte ein Café auf.

Ich hielt das servierte Glas Wasser noch nicht in den Händen, da fiel mein Blick auf den gegenüberliegenden Sexshop, der, in seinen Schaufenstern mit Oberweiten ausladend, mich zu einem Besuch einladend, meine Neugierde weckte. Natürlich, der Mann ist bekanntlich einfach gestrickt und so konnte ich meinen Blick von den äußerst verlockenden und perfekt geformten Rundungen nicht mehr abwenden. Erst nach einer kleinen Ewigkeit stieläugigen Glotzens, die Eiswürfel in meinem SanPellegrino waren bereits geschmolzen, schaltete mein Hirn unerwartet in den Denk-Modus zurück, mit der Information, dass ich mich vollgesabbert hatte. Mit wiedererlangter Kontrolle über meine Motorik, änderte ich das Sehfeld und trank das Wasser in einem Zuge aus.

Weshalb unterliegt Mann dem zwanghaften Drang Möpse an zu starren? Mein wissenschaftliches Interesse war geweckt. Ich erinnerte mich, dass dem Mutterinstinkt eine ganz profane und rudimentäre Mustererkennung zugrunde liegt. Frau steht auf rund und knuffig und deshalb müssen sie auch Glücksbärchies gaaaaanz niedlich finden, sie unterliegen den gleichen Mustern. Ein Trick der Natur (und des Glückbärchiesherstellers). Verhielt es sich bei Männern und Brüsten ähnlich? War es die reine Mustererkennung oder musste noch eine Frau daran hängen, um erotisch zu sein? Ein anderer Artikel behauptete, dass die weibliche Brust nur ein Arschersatz sei, weil sich Menschen von vorne, statt, wie die meisten Tiere, von hinten, begatten. Wieder nur ein Trick der Natur, zwei runde Kugeln als anziehend zu empfinden, um die - ausschließlich an Fußball und Autos interessierten - Männer vor dem Untergang der menschlichen Rasse zu bewahren?

Baelle

In Gedanken versuchte ich mir zwei nebeneinander liegende Fußbälle vorzustellen. Glücklicherweise besaß ich zwei, nachdem ich im vergangen Jahr pausenlos nutzlos durch die Gegend fuhr und exzessiv meinen Wagen betankte, um bei meiner Lieblingstankstelle lukrative Prämien abzugreifen. Als es soweit war, gab es nur noch Fußbälle.
Tatsächlich, vor meinem geistigen Auge sah ich zwei perfekte, runde, glatte Lederbälle auf mich zurollen. Was für ein Anblick! Ja, es regte sich etwas in mir. Ich spürte wie eine Glückswelle meine Adern durchspülte. Dann vermischte sich das Bild mit der euphorischen Erinnerung, als der FC den Bayern eins vor den Latz geknallt hatte und ich vor Freudentränen und Alkoholglückseligkeit sowieso alles doppelt und dreifach sah. Im letzten Moment konnte ich mich davon abhalten, im Café aufzuspringen und FC-Lieder zu grölen. Ich musste der Sache endgültig auf den Grund gehen, stand auf, überquerte die Straße und betrat den Sexshop.

Mein letzter Sexshopaufenthalt war im zarten Alter von 16 Jahren. Andere Besuche waren mir entweder entfallen oder tun hier nichts zur Sache. Wir machten uns, mit der gesamten Clique, in Trenchcoats und Schals eingehüllt, auf den Weg zu Dr. Müller, um endlich dem letzten Geheimnis unserer Jugend auf den Grund zu gehen: Was hatte es mit den angepriesenen klimatisierten 16-Programme-Kabinen auf sich? (16 Programme zu Zeiten als es noch keine Privatsender gab! Die Tatsache an sich war schon ein kleines Wunder). Mit bis zu den Hälsen klopfenden Herzen betraten wir das bunte und schrille Reich der Erotik, zu denen uns zwei halbbekleidete Pappdamen an der Eingangstür einluden. Die Luft war warm und abgestanden und ein seltsam schwerer Duft von Raumspray lullte uns ein. Unter klimatisiert hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Wir waren keine zwei Minuten im Inneren, ängstlich nach Personal umschauend, bestaunten neugierig die dixieklogroßen Kabinen mit Monitor, als sich ein Mann durchdrängte, mich ansah und sagte: »Na, kommste mit Kleiner, dann zeige ich dir mal meinen Gürtel.« Ampelpanik! Sofort durchlief mein Gesicht alle Farben der Lichtsignalanlage: Erst rot, dann gelb, dann grün und ich verließ fluchtartig den Lusttempel, hinaus auf die wohltuend kalte, nasse Straße.


Q:Topzeitung

Dieser Sex-Shop war ganz anders: Von Kabinen weit und breit nichts zu sehen und doch holten die wabernden, warmen Raumspraywolken (Jasmin?) gleich meine Jungenderinnerungen aus der Mottenkiste ans Tageslicht. Ich stand in einem großen, offenen Verkaufsraum, an den Wänden deckenhohe Regale und halbhohen Verkaufsständen in der Mitte und ließ meinen staunenden Blick von Wäsche, zu DVDs, zu Puppen und Torsos, zu Dildos, zu Hochglanzmagazinen gleiten (ach ja, Gleitmittel gab es auch und ja, danke für den Hinweis, ich weiß das „lube“ Gleitmittel heißt), etwas ratlos, etwas hilflos. Mittlerweile, fasziniert von der bizarren Welt jenseits meiner Bälletheorie, hatte ich völlig vergessen, was ich eigentlich an diesem sündigen Ort wollte.

Dann wurde ich kurz und schmerzlos aus meiner Trance geholt: »Was machst du denn hier?« Mein Blick zuckte nach links, einer bislang völlig vernachlässigten Richtung und dann sah ich sie. Oh nein, die kannte ich doch. Wie peinlich, ausgerechnet. Glücklicherweise hatte ich nach vielen Jahren intensiven Trainings meine Ampelpanik unter Kontrolle: nach rot wechselte ich nicht mehr die Farbe, höchstens einen Tick fluoreszierender. I don´t know. Wir kannten uns flüchtig von diversen Partys, sprachen sogar einmal kurz miteinander, nur um die weltbewegende Feststellung zu machen, dass wir uns schon mal gesehen hatten. Sie machte einen offen und sympathischen Eindruck, trotzdem hatte es nie zu mehr, als zufällige Begegnungen auf Partys, gereicht.

»Du stehst auf Hardcore! Lass mich raten. Ich erkenne beim Betreten des Ladens, wer auf was abfährt. Bondage! Du bist ein Bondage-Fetischist!« Langsam meine Fassung zurückgewinnend, mit den Armen rudernd, erwiderte ich: »Ehrlich gesagt, bin ich wegen dir hier.« Erstaunt runzelte sie die Stirn, vermutlich hatte sie selten so eine dämliche Ausflucht gehört.
»Ich wollte dich zum Essen einladen.«
»Ehrlich?«

Naja, das Problem der Mustererkennung habe ich an diesem Abend nicht mehr abschließend klären können, und nicht deswegen, weil ihre Körbchengröße versuchte den unteren Rand des Alphabets zu durchbrechen. Die Frau die dranhing war erotisch, keine Frage, es war ihre Ausstrahlung, ihre überraschenden Facetten. Sie war erfrischend und irgendwann öffnete sie mir eine Tür, ließ echtes Interesse an mich und meinem Leben erkennen, und ich begann mich für ihr Wesen dahinter zu interessieren. Das macht sexy. Miss Evolution muss also noch andere Trümpfe in der Hand haben. Es war ein bezaubernder Abend, getragen von Leichtigkeit und der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und nur wenn ich an unseren Anfang denke, treibt es mir ein wenig Schamesröte ins Gesicht. Aber ich übe. Wenn wir uns treffen, hole ich sie von ihrer Arbeitsstelle ab, betrete den Sexshop mit Selbstverständlichkeit und immer mit dem süffisanten Grinsen einer schadenfrohen Vorfreude, irgendwann mal einen Bekannten zwischen den Regalen zu erwischen.
Eugene Faust - 7. Sep, 11:17

Ein echter Lube - keine Sekunde langweilig!

lube - 7. Sep, 16:17

danke schön, frau faust ;)
la-mamma - 7. Sep, 16:13

wie sie mit dem einstieg zu dem ende kommen, muss man ihnen erst einmal nachmachen. oder lieber nicht, es würde nur ein müder abklatsch des originellen originals werden!

lube - 7. Sep, 16:20

herzlichen dank, la-mamma. gut nachgemacht ist besser, als schlecht ausgedacht ;)
oberansicht - 7. Sep, 18:16

tolle fotos! (hrhr)

lube - 7. Sep, 19:48

tja,für jeden etwas dabei: dem einen gefällt die geschichte, dem anderen die bilder ;)
romeomikezulu - 7. Sep, 23:13

Geschichte?? Was denn für eine Geschichte, ich hab nur....ähhh...das Alphabet....wurde ... durchbrochen
....ich..... müssen....aufhalten.....Bälle......
lube - 8. Sep, 09:34

es freut mich, mister rain, dass ich ihnen mit dem alphabet noch eine freude betreiten konnte ;)
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Alle Geschichten von King Lube III. sind erstunken und erlogen, jedenfalls das Meiste oder das ein oder andere, also es gibt schon ein bisschen, das nicht ganz der Realität entspricht. Jedenfalls distanziert sich King Lube III. ausdrücklich von seinem Protagonisten und seinem fiesen Charakter. Mit so einem will er nichts zu tun haben. Mit der Bitte um Beachtung.

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