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Die seltsame Welt des King Lube III.

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Zähne zeigen


Audrey Niffenegger
Die Frau des Zeitreisenden



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31
Jul
2010

Männerklo

Was Frauen verpassen: Die nettesten Bekanntschaften macht man auf dem Männerklo.


Mit guten Freunden kann man stundenlang schweigen und genießen. Es ist schön, wenn man weiß, dass sie da sind. Anders mit neuen Bekanntschaften: Nichts schlimmeres, als wenn man sich totgeredet hat, jeder händeringend nach einem Thema sucht, jede weitere Minute des Schweigens unerträglicher wird, die Rückkehr zur Normalität unmöglich. Man wartet auf den genialen Einfall, der die Situation noch retten kann und ergreift die Flucht nach vorn: Ich gehe aufs Klo.

„Gott sei dank.“, denke ich als ich das Männerklo betrete. Ich bin allein. Jetzt kommt es drauf an, flach durch den Mund zu atmen, bloß nicht der Versuchung erliegen, seine persönliche Ekelgrenze austarieren zu wollen. Schnell eines der fünf versifften Urinale ausgewählt, am liebsten die in der Ecke, breitbeinig in Position gehen, Reißverschluss elegant geöffnet und dann je nach Beschaffenheit lange suchen und umständlich rauskramen. Lässig mit der rechten Hand ins Urinal gehängt und schon kann es losgehen. Wenn man kann. Wenn man muss.

Ich muss nicht, ergo, ich kann nicht und ich will nicht. Aber sofort wieder zurück geht auch nicht, die neue Bekanntschaft kann ruhig einen Moment warten und sich ein neues Thema überlegen. Also einfach mal ein bisschen abhängen. „Das fetteste Ding im Land, hältst Du grad in der Hand.“, lese ich und fühle mich geschmeichelt. Manchmal kann man auf dem Männerklo nette Leute kennen lernen. Man tauscht sich kurz über dieses und jenes aus, hat vielleicht noch einen Tipp für den Abend auf Lager und schon ist man wieder verschwunden. Man kann übrigens Raucher und Nichtraucher am Urinal unterscheiden: Die Raucher halten ihn zwischen Zeige- und Mittelfinger, der Nichtraucher zwischen Daumen und Zeigefinger. Interessant und es stimmt!

Schrumms, geht die Tür auf, jemand kommt rein. Mit ihm kommt eine leichte Nervosität. Man darf sich nicht unter Druck setzen lassen. Für Männer ist es peinlich am Urinal zu stehen und Ladehemmungen zu haben. Zum Glück habe ich keine Ladehemmungen, ich muss einfach nicht.



Der Typ kommt rein, ausgerechnet einen Kopf größer als ich, ausgerechnet das Urinal neben mir in Beschlag nehmend und furchtbar fix mit Entblättern oder er kam schon mit offener Hose rein. Typ Bodybuilder, glänzende Arme, vermutlich Schweiß, vermutlich riecht er, aber ich will meine Ekelgrenze heute nicht testen. Ich atme flach durch den Mund.

Er hält jedenfalls sein Ding schon in der Hand, das war unübersehbar, und parkt sich ausgerechnet neben mich. Was für ein Kaliber. Ich schaue konzentriert in meine Schüssel und spüre seinen bohrenden Blick auf meiner Schulter. Ich beuge mich ein Stück vor, damit er mir nichts weggucken kann. Das Plätschern nebenan beginnt. In meiner Schüssel bleibt alles ruhig. Ich versuche hilflos die Situation zu ertragen.

Wieder geht die Tür auf. Zwei Kerle kommen lachend und ziemlich angetrunken rein: „Hältst Du meinen, halte ich Deinen.“, lallt der eine. Ich überlege schnell abzuschütteln und zu gehen, aber leider funktioniert die Spülung per Lichtschranke. Wäre ich vom Urinal weggegangen ohne vorher zu spülen, hätte der Bodybuilder ein glasklares Becken gesehen und vielleicht gedacht, ich hätte mir einen runterholen wollen. In mir steigt Hitze auf. Ich beschließe, lieber abzuwarten, bis er sich verzieht.

Es plätschert weiter. Im Augenwinkel sehe ich die beiden Angetrunkenen an ihren Hosen hantieren. Sie haben Probleme mit den Reißverschlüssen und fluchen. Ich starre geradeaus und traue mich nicht zur Seite zur sehen. „Hey ihr Schwuchteln!“, brüllt mein Nachbar. In der Hoffnung, er würde zu den Angetrunkenen rüberblicken, riskiere ich auch einen kurzen Blick. Tatsächlich befummeln sie sich gegenseitig an ihren Hosen. Noch mehr Hitze steigt in mir auf. Ich finde es diskriminierend die beiden als Schwuchteln zu bezeichnen. Aber ich sage besser nichts.

„Lasst die Sauerei hier.“, ruft mein Nachbar wieder. Ich schmunzle. Er fängt an, mir sympathisch zu werden. Gar kein Neid auf sein Gehänge. „Hier sind Kinder!“ und schlägt mir auf die Schulter, „Nicht, Kleiner?“

Schon ist es wieder vorbei mit der Sympathie. In solch einer Situation ist es auch mit randvoller Blase unmöglich auch nur einen Tropfen herauszubekommen. In welchem Film bin ich hier? Wie geborgen ist da eine Kabine mit den komplett eingesauten Kloschüsseln. Vielleicht doch schnell Abtropfen und verschwinden?. „Unser Kleiner hat Ladehemmungen.“, brüllte der Bär, lacht und schlägt mir auf die Schulter, dass ich fast vorne überkippe. Der Stinkbär plätschert noch immer ins Bärenbecken.

Die beiden Schwuchteln fangen an zu Kichern. Sie hatten es endlich geschafft ihre Schwänze aus ihren Hosen zu pellen. „Sollen wir mal ein bisschen melken? Dann läuft es besser!“, lallt einer von ihnen. Wort- und regungslos versuche ich mein bestes Stück zu hypnotisieren. Ein paar Tropfen dürften doch wohl drin sein. In meinen Augenwinkeln versuche ich die beiden Perversen im Blickfeld zu behalten um notfalls, das Klo fluchartig verlassen zu können.

„Ja!“, poltert der Assibär, „zeigt dem Kleinen mal, wo der Hammer hängt“, und findet sich selber so komisch, dass er laut anfängt zu lachen. Ich gebe meine starre Haltung auf, zumal der Brutalobär immer unkontrollierter wird und ich befürchte, er könne sich, schlimmer noch mich, bald vollplätschern. Die beiden Prolltunten stimmen in das widerwärtige Gelächter ein. Ich gehe einen Schritt zurück und sehe sie vor mir stehen, mit offenen Hosen, Schwänze raushängend, sich krümmend vor hämischen Gegrunze.

Mit allem Mut trete ich noch einen Schritt zurück und ziehe entschlossen meinen Reißverschluss zu. Ich halte inne. Der Bär, die Schwuchteln starren auf meine Hose, reißen die Augen auf und verstummen plötzlich. Blankes Entsetzen in ihren Gesichtern. Dreimal höre ich das Geräusch von Schlucken. Dann spüre ich den Schmerz und schreie.
oberansicht - 31. Jul, 02:11

hmmm ..

das ende verstehe ich nicht ganz, schiebe es auf die müdigkeit (man soll eben doch um diese uhrzeit schlafen) und den kommentar, den schreibe ich jetzt nicht. haha.

la-mamma - 31. Jul, 06:44

herrliche geschichte!

@frau oberansicht: das ist schon verständlich - vor allem wenn man je den anfang dieses berühmten "irgendwasmitmaryfilms" gesehen hat! und gut, dass unsereiner das nicht passieren kann ;-)
rinpotsche - 2. Aug, 00:07

@la-mamma: waren Sie schon mal in China auf der 'Damentoilette'...?
Katzenpension - 31. Jul, 07:29

was für eine geschichte

auf nüchternen magen *gg* ich reiche dir mal eben mein erste-hilfe-notfallset rüber, lieber king. geht's mittlerweile wieder? *pust* ist die neue bekanntschaft noch bekannt oder hat sie lieber das weite gesucht?

aber sag mal, geht es auf männertoiletten tatsächlich so zu? lauft ihr tatsächlich mit offener hose rum und zeigt aller welt, was ihr habt? sch...vergleich immer und überall? ich bin froh, dass es auf frauentoiletten "gesitteter" zugeht, ich fände es doch sehr lästig, ständig das shirt hochzuziehen und busenvergleich zu machen. vor allem könnte ich nicht, wenn mir jemand dabei über die schulter schaut, lol. gott, was bin ich froh, ne frau zu sein ^^

rain (Gast) - 31. Jul, 08:40

Dankedankedanke.
Welch treffliche BEschreibung, live aus unserem Leben. Großartig, King.
Bin zwar ein WENIG im Zweifel, ob Sie da immer
die richtigen Lokalitäten für Ihren Besuch ausgewählt haben, aber nun ja - Sie wissen schon, was Sie tun
:-).

Das mit dem Schwanzvergleich findet natürlich viel subtiler statt (mal dezent nach rechts oder links schauen was der Andere da so ins Becken reinhält)
- aber stattfinden tut es! Klar!

Es ist doch im Restaurant nichts erhebender, als sich hinterher wieder zur Liebsten an den Tisch setzen zu können und im Kopf die Gewissheit zu haben
"Liebling, wenn DU wüsstest, was ich grad gesehen hab - da kannst Du ECHT froh sein, MICH Zu haben!")

Katzenpension - 31. Jul, 08:55

Die Psyche des Mannes

wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben :-D
pathologe - 31. Jul, 09:03

Herr

Rain schrieb den letzten Satz ja lediglich im Bezug auf Rissverletzungen im Intimbereich.
Katzenpension - 31. Jul, 09:06

Aua

aufhören, ich mag es mir nicht vorstellen ^^

Und warum muss ich jetzt immer an Atze Schröder denken?
pathologe - 31. Jul, 09:08

Wegen

der Dauerwelle im Bereich unterhalb der Guertellinie?
Katzenpension - 31. Jul, 09:11

und vielleicht

wegen der supereng sitzenden Jeans ^^ und wegen seiner Darstellung von Gerhard Schröder (wobei ich grad überlege, ob es tatsächlich Atze war)
oberansicht - 31. Jul, 09:59

jetzt weiß ich auch, warum manche männer nach dem besuch des örtchens mit hängendem kopf und leicht deprimiert wiederkommen. muhahahaaa!
lube - 31. Jul, 11:01

mich würde es wirklich mal interessieren, wie es auf der damentoilette zu geht und weshalb frauen immer in rudeln dorthin wandern ;)
Katzenpension - 31. Jul, 13:33

soll

ich dich mal mitnehmen? die begleitung ist aus meiner sicht einfach, um jemanden zum reden zu haben ;-) aber ich mache das höchst selten, also müsstes hier wohl eher jemand anderes antworten...
rain (Gast) - 31. Jul, 15:20

KEINESWEGS! ;-)
LadylikeKandis - 31. Jul, 19:13

ich glaube frauen gehen immer gemeinsam zum klo, um sich gegenseitig "abzuhalten"...denn sie ,herr lube, wollen gar nicht wissen, wie versifft so frauenklos sind!

ich wunder mich jedes mal...
lube - 1. Aug, 09:35

@katzenpension: das könnte ein sehr interessantes vorhaben werden, mich auf die damentoilette einzuschmuggeln. auf jeden fall stoff für eine weitere geschichte ;) wann und wo?

@ladylikekandis: ich habe davon gehört, dass es dort zuständen geben soll, die ausserhalb der männlich vorstellungskraft liegen ;)

@rain: wieso keineswegs?
Katzenpension - 1. Aug, 10:03

wenn ich

das nächste Mal in Kölle bin, ruf ich an ;-) Ich finde es immer irritierend, wenn die Frauen sich über mehrere Kabinen hinweg unterhalten, man weiß ja nie, wer dazwischen sitzt? Außerdem wäre das für mich auch kein geeigenter Ort für eine nette Unterhaltung, mit all den Geräuschen drumrum ;-) Da sind mir die Japaner symphatischer, die laute Musik laufen haben, damit auch ja keiner was hört... hihi.

Die allerallerallerschlimmsten Toiletten habe ich übrigens in Griechenland erlebt. Der wahre Horror... Fehlende Türen, wahre Stechmückenkolonien, riesige schwarze Käfer, die beim Spülen unter dem Toilettenrand hervorkamen... omg... in Restaurants! Da kann man sich gleich ausmalen, wie die Küchen aussahen. NIE WIEDER GRIECHENLAND.

Dazu fällt mir gerade ein: In unserer Firma hing ein Schild an der Toilettentür "Verlassen Sie die Toilette bitte sauber und ordentlich!". Das führte zu heftigen Diskussionen. Was ist an dem Satz wohl falsch? ^^
oberansicht - 1. Aug, 11:33

ich glaube,

sie waren noch auf keinem italienischen klo. diese stehdinger, die es da manchmal noch gibt, sind allemal grindiger. vollgesch***** ist da nicht nur das loch, in das alles fallen sollte, die trittbretter, auf denen man stehen sollte und vor allem die wand dahinter. da war wohl einer mit durchfall unterwegs :(
und das war auch in lokalen so.

den toilettenspruch sollte man vielleicht auf "verlassen sie die toilette bitte so, wie sie sie vorgefunden haben" abwandeln. iiiieeeek.
lube - 1. Aug, 12:08

was nützt es, die toilette sauber zu verlassen, wenn die toilette selbst wie ein schweinestall aussieht? ;)
Katzenpension - 1. Aug, 12:43

bingo

herr lube *applaus*

ich verlasse in aller regel die toilette sauber und ordentlich. und sie nur so zu HINTERlassen, wie ich sie vorgefunden habe, hilft dem nächsten auch nicht unbedingt weiter ;-)
romeomikezulu - 1. Aug, 16:15

Das "Keineswegs" sollte eine Antwort auf den
pathologe - 31. Jul, 09:03
sein, aber die Re-Antwort wurde ganz nach unten unter all die anderen Kommentare geschoben, wo sie gar nicht hingehörte...:-( Nur, weil ich als (Gast) und nicht eingeloggt geschireben habe ?! Diskriminierend!

Ich sag ja - layouts die auf FORTRAN basieren, taugen einfach nix...;-)
lube - 1. Aug, 18:10

FORTRAN Programme liefen wenigstens, was man von den meistens JAVA-Anwendungen nicht behaupten kann ;)
oberansicht - 1. Aug, 21:00

AH! frau katzenpension putzt fremde klos? hehe!
Katzenpension - 2. Aug, 18:26

Mitnichten ^^

Es ging ja nur um den Text auf so einem Schild, der - zumindest in meiner Firma - sehr gut überlegt sein will und ortographisch richtig sein muss, da sich der ein oder andere sonst auf den Schlips getreten fühlt ;-)
Eugene Faust - 31. Jul, 14:49

...und dann sind Sie schweißgebadet erwacht. :)


Eugene Faust - 31. Jul, 14:57

Das nächste Mal vielleicht besser so abhängen.
lube - 1. Aug, 09:41

*lol* das könnte eine marklücke sein: ein faltbarere sichtschutz. dieses öffentliche rudelpinkeln ist schon etwas erniedrigend (für manchen) *lach*
Katzenpension - 2. Aug, 18:27

Könnte aber

etwas umständlich sein, wenn man mit kleinem Gepäck reist oder es mal eilig hat? ;-)
romeomikezulu - 3. Aug, 18:32

Ja mei - ich habe es AUCH lernen müssen, mit den neidvollen Blicken Fremder zu leben.
Ich versichere Ihnen: Es geht!
Katzenpension - 3. Aug, 19:15

Angeber ;-P

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Alle Geschichten von King Lube III. sind erstunken und erlogen, jedenfalls das Meiste oder das ein oder andere, also es gibt schon ein bisschen, das nicht ganz der Realität entspricht. Jedenfalls distanziert sich King Lube III. ausdrücklich von seinem Protagonisten und seinem fiesen Charakter. Mit so einem will er nichts zu tun haben. Mit der Bitte um Beachtung.

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